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Big Ben

Der weltberühmte Glockenturm „Big Ben“ steht in London bei den „Houses of Parliament“, dem Parlamentsgebäude der britischen Regierung. „Big Ben“ ist eigentlich der Name der größten im Turm hängenden Glocke, der Volksmund übertrug diesen Namen jedoch auf den gesamten Turm. 2012 wurde der Turm anlässlich des 60. Thronjubiläums der Königin Elizabeth II. in „Elizabeth-Tower“ umbenannt. Der 1858 erbaute Turm besteht aus Ziegelsteinen und einer Kalksteinfassade. Die Uhr und die Turmspitze sind aus Gusseisen. Bis 1880 war im Turm ein Gefängnis für Mitglieder des Parlaments. Sie wurden dort zum Beispiel inhaftiert, wenn sie bei ihrer Vereidigung die religiöse Formel verweigerten. Seit 2010 kann der Turm nur von Einwohnern Großbritanniens besichtigt werden. Um Terroranschläge zu vermeiden, dürfen keine ausländischen Besucher mehr auf den Turm. Das Londoner Wahrzeichen zählt trotzdem zu den beliebtesten Touristenattraktionen.
Die Turmuhr aus dem Jahr 1848 ist die zweitgrößte Uhr Großbritanniens. Jedes Zifferblatt hat einen Durchmesser von 7 m. Die Stundenzeiger sind jeweils 2,7 m lang, die Minutenzeiger 4,3 m. Unter jedem Zifferblatt kann man eine lateinische Inschrift lesen: „Domine salvam fac reginam nostram Victoriam primam“ („Gott schütze unsere Königin Victoria I.“). Damit die Uhr richtig funktioniert, sind täglich vier Mechaniker im Einsatz, die „Keepers of the great clock“. Ein Elektromotor zieht das Uhrwerk dreimal in der Woche auf. Traditionell werden zur Feinabstimmung Penny-Münzen auf das 299 kg schwere Pendel gelegt. Zu Störungen kam es, als ein Schwarm Stare die Uhrzeiger bremste. An Neujahr 1962 blockierten eisige Temperaturen die Mechanik und das neue Jahr wurde 10 Minuten später eingeläutet. 2004 verstummte das Glockenspiel für eine Woche, weil ein Gegengewicht abgerissen war. 2005 stoppte das Uhrwerk aus ungeklärten Gründen für 90 Minuten.
Neben dem „Big Ben“ hängen im Turm vier weitere Glocken. Sie spielen den „Westminsterschlag“, eine Melodie, die Menschen weltweit mit dem Turm verbinden. Aber erst 1859 wählte man sie für das Glockenspiel aus. Ursprünglich wurde sie 1793 für die Uhr der Universitätskirche in Cambridge komponiert. Sie soll eine Variation von zwei Takten einer Arie aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ darstellen. Zu jeder Viertelstunde erklingen vier Töne in unterschiedlich langen Kadenzen. Zuerst wird eine eintaktige Abwärtsfolge gespielt. Nach einer halben Stunde ertönt eine Melodie in zwei Takten. Die Kadenz für die Dreiviertelstunde setzt sich aus einer weiteren Melodie in zwei Takten und der Abwärtsfolge der ersten Viertelstunde zusammen. Zur vollen Stunde werden beide Melodien kombiniert, anschließend ist die große Glocke „Big Ben“ zu hören. Täglich um 18.00 Uhr überträgt der Sender BBC den Westminsterschlag live im Fernsehen und beginnt damit seine Nachrichtensendung. Weltweit wird der Klang für viele Uhren, Türklingeln und Schulglocken genutzt. Die Melodie wurde in zahlreichen Liedern zitiert - in der Kirchenmusik genauso wie in der Rockmusik.




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