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Das Heilig-Geist-Spital in Blaubeuren

Über viele Jahrhunderte gehörte das „Spital zum Heiligen Geist“ zu den wichtigsten Einrichtungen in Blaubeuren. Es wurde im Jahr 1420 von Hans Russ gestiftet. Der war Generalvikar des Bischofs von Konstanz, stammte aber aus Blaubeuren und war verwandt mit dem Blaubeurer Dekan Konrad Klett, den er mit der Gründung des Spitals beauftragte. Es stand jedoch unter der Oberaufsicht des Bischofs von Konstanz.
Ein Spital war im Mittelalter nicht etwa ein Krankenhaus, wie man denken könnte, sondern ein Haus für Arme. Sie führten hier ein gemeinschaftliches Leben, mussten sich dem Spitalverwalter unterordnen und hatten keinen Privatbesitz mehr. Außer den Armen versorgte man aber auch Alte, Kranke, Behinderte, Witwen und Waisen, die keine Verwandten hatten, die sich um sie kümmern konnten. Unter ihnen gab es durchaus reichere Personen, deren Vermögen dann ebenfalls an das Spital überging und die man daher sehr gern aufnahm. Im Jahr 1609 zum Beispiel wurden im Spital 60 Personen betreut.
Zum Spital gehörte auch eine Kapelle. Deren historische Wandmalereien sind bis heute erhalten geblieben. Im Jahr 1600 errichtete man über der Kapelle ein weiteres Geschoss mit zwei Eck-Erkern sowie einen Verbindungsbau. Im Obergeschoss, vor allem in der „Herrenstube“, war die Spitalverwaltung untergebracht und unten in der Kapelle nun das Spital- und Stadtarchiv. Eine zweite Kapelle gab es ohnehin längst im Spital, das sich inzwischen über mehrere Gebäude ausgedehnt hatte.
Bis ins Jahr 2008 wurden im Spital Menschen gepflegt. In den 1930er Jahren legte man es mit dem Blaubeurer Bürgerhaus zusammen, sodass es zum Altenheim wurde. Seit 1964 ist im Westflügel des Gebäudes außerdem das urgeschichtliche Museum der Stadt Blaubeuren untergebracht. Zuerst stand dem Museum nur ein Raum zur Verfügung. Mehrere Umbauten am Gebäude machten eine stetige Vergrößerung und Neugestaltung der Museumsausstellung möglich. Bei dem letzten Umbau von 2009-2012 wurde das urgeschichtliche Museum auch auf den Nordflügel des Spitalbaus erweitert. Hier sind Funde aus Ausgrabungsarbeiten ausgestellt, die durch die jahrtausendealte Geschichte menschlicher Besiedlung auf der Alb führen. Auch einzigartige Höhlenfunde sind hier zu sehen, die zu den frühesten bekannten Zeugnissen der Kunstgeschichte zählen.




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